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30.03.2018

Die reglementierte Fröhlichkeit

Was ist das für eine Religion, die einen zum leise sein verurteilt, die einem die laute Fröhlichkeit verbietet, die erwartet, dass man kollektiv leidet und dass alle das mitmachen, egal, ob sie Angehörige dieser Religion sind oder nicht. 
Wie fragwürdig ist eine Religion, die anderen Religionen an einem bestimmten Tag verbietet zu feiern, die in einem Land, das kein Gottesstaat sein soll, allen Menschen Regeln auferlegt, die der Staat für die gottesgläubige Religion durch setzt?
Wann fangen wir an, uns konsequent gegen die Reglementierung unseres Lebens, gerade der Fröhlichkeit, durch eine verlogene Religion, zu wehren?
Warum lassen wir es uns gefallen, dass zwar de jure die Trennung von Staat und Kirche festgelegt ist, de facto aber nicht statt findet.
Wir sollten uns endlich konsequent wehren.
Hier mal ein Beispiel der Verbote:

"Oft spricht man deshalb auch vom "Tanzverbot" - so stehen Musik- und Tanzveranstaltungen ganz oben auf der Liste. Und zwar auch, wenn sie privat stattfinden. Auch "alle nicht öffentlichen unterhaltenden Veranstaltungen außerhalb von Wohnungen" sind verboten. Spezielle Strafen gibt es aber nicht, sondern ein Bußgeld wegen Lärmbelästigung."

Der Kultusminister entscheidet, welche Filme in Kinos gezeigt werden dürfen, also ein einziger Mensch bestimmt im Namen des Christentums, was Karfreitag in Kinos erlaubt ist und was nicht. Ein Mensch der Regierung, nicht ein Funktionär der Religionsgemeinschaft.

Kulturelle Veranstaltungen sind währen der Hauptzeit der Gottesdienste untersagt.
Entsprechen aber z.B. Oper, Theater usw. dem "ernsten Charakter" des Feiertages, sind sie ausnahmsweise erlaubt.

Ja, so ist das mit der Trennung von Kirche und Staat: sie existiert nicht. Die Regierung und auch die Ordnungskräft genannte Polizei mischen mit, bei der Durchsetzung der christlichen religiösen Regeln.

Was man in anderen Ländern kritisiert, nämlich das Bestimmen des Lebens durch die Religion, akzeptieren wir hier stillschweigend, z.B. bei der Kirchensteuer, die ja auch der Staat einzieht.

Frohe Ostern wünsche ich euch. Aber bitte nicht an Karfreitag zu laut froh sein,sonst kostet es. 


Meine persönliche Meinung:
Jeder Mensch darf an das glauben, was ihm wichtig ist, egal, ob das der Lottogewinn ist oder Gott, Allah, oder wie ich, an die Kraft und Schönheit der Natur, Donar oder was auch immer. Glaube ist etwas sehr individuelles und jeder glaubt anders: der eine voller Hoffnung, der andere voller Angst, der dritte mit Fröhlichkeit, Glaube ist sehr persönlich.
Wird aber der Glaube kollektiv, dann wird er auch hierarchisch und zum Machtinstrument und somit gefährlich. Er ist dann eine Religion, über Leben bestimmt. 
Dagegen ist persönlicher Glaube etwas sehr schönes.




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