rotpoetin.de

     

Königswinter, 25.11.2018


Heute fand in der Außenstelle der kubanischen Botschaft in Bonn eine Gedenkveranstaltung zum  zweiten Todestag Fidel Castros statt.


Als ich zum ersten mal politisch aktiv war, ging es um den jahrelangen gewaltlosen Streik der kalifornischen Landarbeiter.

Danach folgten sporadisch verschiedene politische Aktivitäten.


Von Kuba wusste ich nicht viel, erst als ich von jemandem hörte, Fidel Castro könne stundenlange Reden halten, fing mein Interesse für Kuba an.

Ich nehme mal vorweg: Wenn jemand nicht stundenlang spricht, sondern stundenlang etwas zu sagen hat, Inhalt mit Substanz, dann sollte man ihm aufmerksam zuhören.


Verschiedene Dokumentationssplitter und Lieder begleiteten die Veranstaltung zu Beginn, gezeigt wurde auch Fidel Castro eine Rede haltend.


Leider habe ich versäumt, sie aufzunehmen, so dass es nur Fragmente sind, die ich behielt, weil sie mich verblüfften. Ich bringe hier mal 3 Beispiele, die ich für mehr als wichtig halte, sie sind existentiell, das Wissen um sie sollte Allgemeinwissen sein.


Äußerungen, die ich noch nie von einem Politiker gehört hatte. (Gedankenprotokoll):

„Warum müssen manche Menschen arm sein, damit andere reich sein können?“


Dann sagte er, für wen er sprach:


„Ich spreche hier für die hungernden Kinder.“


Er erwähnte natürlich auch noch andere Menschen, er zählte auf, aber die Kinder standen für ihn an erster Stelle.


http://www.lateinamerika-studien.at/content/lernpfade/pfad1/pfad1-170.html


Das macht sich auch dabei bemerkbar, dass vor der Revolution Gesundheitsversorgung sich in Kuba hauptsächlich auf Havanna beschränkte, nach der Revolution wurde das Gesundheitssystem enorm verbessert, es wurde kostenlos, das Studium wurde kostenlos, so dass selbst arme Amerikaner über Mexiko nach Kuba reisten, um dort Medizin zu studieren.
Heute sind, das verschweigen die Medien, zumindest in Deutschland, zig-tausende kubanische Ärzte in Krisengebieten und Katastrophengebieten im Einsatz.

Lag die Lebenserwartung vor der Revolution noch bei 53 Jahren, so ist sie heute bis auf ca. 76 Jahre gestiegen.


https://amerika21.de/2015/01/110302/kuba-kindersterblichkeit


Die Kindersterblichkeit in Kuba gehört zu den niedrigsten in ganz Amerika.

Alle kubanischen Ärzte müssen eine zeit lang auf dem Land arbeiten. Die Gesundheitsversorgung auf dem Land ist auch durch Krankenhäuser gewährleistet.


„Alle Völker müssen zusammenarbeiten.“(sinngemäß zitiert)


Ein außergewöhnlich kluger Satz.

Dass davon gesprochen wird, z.B. die Länder Europas, oder Amerikas müssten zusammen arbeiten, nichts Neues.

„Alle Völker müssen zusammenarbeiten.“

DAS ist neu. Nehmen wir mal die Zusammenarbeit der Länder. Da arbeitet die Türkei mit Deutschland zusammen, unterdrückt aber zugleich das Volk der Kurden.

Also, Was nützt also die Zusammenarbeit der Länder.

Nein, Fidel Castro hat es getroffen. Es sind die Völker, die zusammenarbeiten müssen.
Eine sprachliche Kleinigkeit mit dem Unterschied ganzer Welten zwischen beiden Aussagen.


Hätten wir in Deutschland einen Politiker wie Fidel Castro gehabt, hätte schon längst die Revolution statt gefunden.

Denn er verfolgte nie eigennützige Ziele, er arbeitete immer für die gesamte Bevölkerung, immer zur Verbesserung der Lebensbedingungen.

Wenn man sich dann mit manchen Menschen unterhält kommt oft das Argument:
„Die sind aber immer noch arm, die Kubaner.“

Da kann man nur erwiedern:
„Versuchen sie mal Essen für ihre Familie zu kaufen, wenn ihnen kein Geschäft etwas verkauft. Wenn Geschäfte sogar bestraft werden, wenn sie ihnen etwas verkaufen.“
Dann wird es schwierig, nicht wahr.


Die Amerikaner, die so gerne Krieg führen, greifen Kuba nicht an und sie wissen weshalb.

Das kubanische Volk will keine amerikanischen Verhältnisse, die hatten sie ja schon vor der Revolution.

Wenn der argentinische Liedermacher Daniel Rodriguez sagt, Fidel Castro sei die größte Figur in der Geschichte, stimmt das. Er ragt aus allen anderen heraus aufgrund seiner sozialen Politik und seiner Prioritätensetzung für die Armen.






Bildung war ihm wichtig, dass die Bevölkerung Kubas gebildet sind und das geht nur, wenn man die Bevölkerung frei machen will  und frei entscheiden lassen will.
Bildung macht frei, man kann nicht verdummt werden.
Evtl. Rückschlüsse auf das miserable Bildungssystem in Deutschland sind kein Zufall.


Zur Alphabetisierung wurden ältere Schüler zu Hilfslehrern ausgebildet und zu den Bauern aufs Land geschickt, wo sie mitarbeiteten und zugleich ihr Wissen weiter gaben, den Menschen lesen und schreiben bei brachten.


Auch als die Sonderperiode eintrat, d.h., Russland und der Ostblock fielen als Wirtschaftspartner weg, gab Kuba nicht auf.
Mit Kreativität wurden Probleme gelöst.
Eine Lösung, so wurde mir vor Jahren erzählt, die Probleme der Benzinknappheit lösen sollte, war, aus den Bussen wurden die Sitze entfernt, so dass Menschen mit ihren Fahrrädern in die Busse passten, die zu bestimmten Punkten gefahren wurden und von dort aus mit den Fahrrädern weiter fuhren.

Kuba ist ein besonderes Land, das niemals aufgibt und immer das Beste für alle Bevölkerungsteile will.
Die Menschen sind (noch) arm, aber wenn globalisierter Handel von außen unterdrückt wird, ist es auch schwierig.

Immer, wenn ich in der Außenstelle der kubanischen Botschaft in Bonn bin, ist das ein besonderes Erlebnis.
Man spürt eine Wärme, die uns Menschen in Deutland längst verloren gegangen ist.

Zuletzt noch:

¡Hasta la victoria siempre!


Fidel Castro lebt in der Politik für das kubanische Volk weiter. Er wird nie vergessen werden und man kann nur hoffen, dass es irgendwann eine breite weltweite Bewegung gibt, die dafür sorgt, dass die Völker zusammen arbeiten.




E-Mail
Infos