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21.032018

Sozialstaat oder was?

Asozial ist das neue Sozial, damit der Staat Deutschland weiter "Sozialstaat" genannt werden kann.
Denn sonst müsste man ihn Demokratieundsozialabbaustaat nennen.
Ist ja ein bisschen lang, der Name, da ist asozial besser.

Hartz IV Empfänger, wer sonst, haben sie doch keine Lobby, so wie der Bundestag seine Lobbyisten hat, müssen immer als Sündenböcke herhalten.

Das ist ein ganz infames Spiel.
Sie haben keine Arbeit, bekommen nur soviel Geld, dass sie aus dem sozialen Leben rausgehalten werden, werden als Sozialschmarotzer bezeichnet und die, die sich mit Hartz IV ne goldene Nase holen, die freuen sich, dass die Verschleierungstaktik, zu der auch die Sanktionen gehören, dazu geführt haben, dass der wirkliche Feind immer noch nicht erkannt wurde.

Aber das Spiel ist ja noch nicht zu Ende.
Jetzt sollen Hartz IV Empfänger, wenn sie z.B. einen kleinen Vorschuss brauchen, nicht mehr die Gelegenheit haben sich diesen an Automaten im Jobcenter zu holen, nein, sie müssen nun in aller Öffentlichkeit ihre Armut eingestehen, wenn sie an der Supermarktkasse einen Zettel mit Barcode abgeben, auf dem dann mindestens der Betrag erkennbar ist. 
Ob da noch andere Daten draus stehen, wer weiß das schon.

Jetzt stellen sie sich mal vor, die Kasse ist voll mit Kunden, dann kommt einer mit Zettel, was ja dann etwas länger dauert und die anderen müssen warten, was dann passiert.
Ne, mir wird übel, wenn ich mir das vorstelle.
Da werden Schlammschlachten provoziert zwischen denen, die Hartz IV erhalten und denen, die nicht oder gerade nicht, weil sie vielleicht ein paar Euro zu viel haben. 

Obwohl das Jobcenter hohe Gewinne einfährt, startet es auf diese Art und Weise eine weitere Profitmaximierung. 

Aber das schlimme ist, dass die braven Steuerzahler einfach nicht kapieren wollen, dass sie die Aufgaben, nämlich z.B. Teile von Hartz IV zahlen, der Arbeitgeber übernehmen, der dadurch noch mehr verdient.

Da bekommen Hartz IV-ler einen Job, der so gering bezahlt wird, dass Hartz IV bleiben muss, weil das Einkommen zum Leben nicht reicht.
Da muss eben der Steuerzahler ran, ob er will oder nicht.

Und was macht der? Der beschimpft die Hartz IV Empfänger, anstatt den Verursacher, der zu wenig Lohn zahlt oder immer mehr Arbeitsplätze abbaut oder eben immer mehr Leiharbeiter benutzt.

Der Hartz IV Empfänger wird zum Sündenbock.
Und nur, damit wir wissen,wovon wir bei Sündenbock reden. Das ist ja kein neuer Begriff, sondern der hat ja einen uralten Ursprung und unsägliche Tradition.

"Der Begriff ist biblischer Herkunft (Lev 16,1–28 EU). Am Jom Kippur, dem Tag der Sündenvergebung im Judentum, machte der Hohepriester die Sünden des Volkes Israel bekannt und übertrug sie durch Handauflegen symbolisch auf einen Ziegenbock. Mit dem Vertreiben des Bocks in die Wüste wurden diese Sünden mitverjagt. Ähnliche Rituale sind aus Mesopotamien und Anatolien bekannt."

https://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCndenbock

Selbst in Anatolien war es so üblich.
Deutschland handelt mit der permanenten Vergabe des Titels, ohne es auszusprechen, "Sündenbock" also auch in anatolischer Tradition.

Und der Steuerzahler schläft und schläft und schläft, bis er durch eigenes reinrutschen in Hartz IV böse wach gerüttelt wird. 

Diese Firma, 
Cash Payment Solutions GmbH, ist der größte Gewinner an der Auszahlung von Hartz-IV-Geld an Supermarktkassen, denn sie erhalten einen 5-jahres-Vertrag mit der Möglichkeit der zweimaligen Verlängerung für jeweils 2 Jahre.






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